Unterstützt du die ZeitungszustellerInnen?

Weißt du, wer deine Zeitung in den Briefkasten legt? Nein? Kein Wunder. Zeitungszusteller*innen bleiben für die Leser*innen der Tagespresse und Wochenblätter unsichtbar, denn sie sind nachts unterwegs.

Schwere Zeitungspakete über viele Kilometer bewegen, bei Wind und Wetter und zu Zeiten, zu denen die meisten Menschen schlafen – das ist harte Arbeit. Ein Paket wiegt in der Regel 10kg. Bei den Anzeigenblättern kommt ein*e Zusteller*in schnell mal auf 200kg in einer Nacht.

Wer jetzt denkt, dass die Arbeitsbedingungen und der Lohn angemessen sind, der irrt.

Alle Arbeitsschutz- und Hilfsmittel wie z.B. Regenjacken, Reflektoren, Schuhe, Trolleys, Messer oder Fahrräder müssen die Zusteller derzeit selbst kaufen. Das ist bei einem Stundenlohn von gerade einmal 7,23 Euro eine große Belastung! Ja genau, 7,23 Euro, das ist kein Fehler. Denn für Zusteller gilt der allgemeine Mindestlohn von 8,50 Euro nicht – die Verleger haben hier eine Ausnahme durchgesetzt.

Aber selbst dieser „Zusteller-Mindestlohn“ wird noch gedrückt, wo es geht. Nach einer neuen Bemessung der Bezirke vieler Zeitungsboten ist das Ergebnis, dass die gleiche Arbeit in weniger Zeit geschafft werden soll. Nachtzuschläge wurden von vorher 24 % auf jetzt nur noch 10 % gekürzt und Kilometergelder gestrichen. Weitere „Optimierungen“ sind geplant – das heißt für die Beschäftigten nichts Gutes.

Das sind unzumutbare Zustände, unter denen die Beschäftigten schon lange leiden und auf die sie nun aufmerksam machen wollen. Auch sie haben menschwürdige Arbeitsbedingungen verdient! Sie fordern ein Stück vom Kuchen, nicht nur die Krümel von den Tellern der Arbeitgeber!

Bitte unterstütze die Kolleginnen und Kollegen und sage NEIN zu diesen schlechten Arbeitsbedingungen. Unterzeichne unsere Petition und zeige dich solidarisch mit den Zeitungszustellern.

Faire Behandlung der ZeitungszustellerInnen

Ein Mindestlohn unter dem Mindestlohn und selbst finanzierte Arbeitsmittel passen nicht in unsere Zeit. Ich unterstütze die ZeitungszustellerInnen in OWL in ihrem Kampf für faire Arbeitsbedingungen.

29 Unterschriften

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Betriebsratsgründung verhindert – Bagel Direkt entlässt alle Beschäftigten in Mönchengladbach

Im Winter ist es eiskalt, im Sommer brütend heiß in der Werkshalle der Firma Bagel Direkt GmbH, in der Werbebeilagen verarbeitet und verpackt werden. Frisch angeliefert werden die Broschüren und Beilagen von Tiefdruck Schwan Bagel (TSB), die nebenan drucken. Die Beschäftigten von Bagel Direkt, die unter so erschwerten Bedingungen arbeiteten, wünschten sich nichts weiter als ein Mindestmaß an Urlaub und Geld. Um dafür zu kämpfen, wollten sie einen Betriebsrat gründen. Doch künftig werden nun andere die Broschüre „Einkauf aktuell“ und weitere Einzelhandelswerbeblätter verschweißen. Das Unternehmen kündigte der gesamten Belegschaft.

Bitte unterzeichne unsere Petition an den Arbeitgeber.

Am 8. April bekamen die ersten 19 Beschäftigten ihr Kündigungsschreiben. Zugleich bot der Geschäftsführer des Unternehmens, Udo Bogner, einigen von ihnen an, im Rahmen eines Werkvertrages weiterzuarbeiten. Inzwischen sind fast alle fest Beschäftigten gekündigt – 43 Entlassungen insgesamt. „Längstens arbeiten sie noch bis Juli, denn das Unternehmen hält die Kündigungsfristen ein“, sagte der zuständige ver.di-Gewerkschaftssekretär, Jörg Krings. Darüber hinaus hat Bagel Direkt auch den Vertrag mit der Zeitarbeitsfirma „Pekon“ gekündigt, bei dem das Unternehmen zirka 130 Beschäftigte entliehen hat.
„Der Grund für die Entlassungen ist ganz klar die Absicht der Beschäftigten, einen Betriebsrat gründen zu wollen“, sagte der zuständige Gewerkschaftssekretär, Jörg Krings. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiteten unter erschwerten Bedingungen mit einer sehr geringen Entlohnung. Einige wollten diese unerträglichen Arbeitsbedingungen nicht mehr akzeptieren und haben ver.di um Unterstützung bei der Bildung eines Betriebsrates gebeten. „In anderen Teilen des Konzerns sind Betriebsräte ja auch selbstverständlich. Für Bagel Direkt soll das aber offenbar verhindert werden“, sagte Krings. „Die Kolleginnen und Kollegen wollen nichts weiter, als ihr gesetzlich verbrieftes Recht in Anspruch nehmen und erträgliche Arbeitsbedingungen erreichen.“
Krings kündigte an, dass ver.di die Maßnahme des Unternehmens nicht akzeptieren werde und forderte die Unternehmensleitung auf, die Kündigungen umgehend zurückzunehmen und die Gründung eines Betriebsrates nicht weiter zu behindern. Die Firma Bagel Direkt wird es weiter geben, nebenan druckt ja auch noch die TSB. Doch sollten Werkvertragler künftig die Arbeit machen, sind sie nicht wahlberechtigt, und das sei dann Behinderung eines Betriebsrats, erläuterte Krings. ver.di werde zum 1. Mai Solidaritätspostkarten herausbringen und auch weiter Druck auf lokaler Ebene machen.

Bitte unterzeichne unsere Petition an den Arbeitgeber.

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Sozialplanverhandlungen beim Bonner General-Anzeiger sind abgeschlossen

Wer nicht kämpft, hat schon verloren!

Die Sozialplanverhandlungen beim Bonner General-Anzeiger sind abgeschlossen. Dem Betriebsrat ist es mit Unterstützung von ver.di gelungen, die Konditionen für die 46 gekündigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entscheidend zu verbessern. Vor allem die Abfindungssummen sind nach zähen Verhandlungen in der Einigungsstelle am Ende fast drei Mal so hoch ausgefallen wie das erste Angebot des Arbeitgebers. „Mit dem, was wir jetzt für die Kolleginnen und Kollegen erreicht haben, können wir sehr zufrieden sein“, sagt Imke Habegger, Vorsitzende des Betriebsrats im Bonner General-Anzeiger. Der Betriebsrat hat auch seine Forderung durchgesetzt, für die Entlassenen eine Transfergesellschaft einzurichten. Sie ist jetzt so ausgestattet, dass Kolleginnen und Kollegen, die das wollen, für den Arbeitsmarkt angemessen qualifiziert werden können.

Der General-Anzeiger Bonn hatte am 14. März 2016 sein Druckzentrum geschlossen und den Druck der Zeitung nach Koblenz vergeben. Zum 31. März wurden insgesamt 46 Mitarbeitern/innen die Kündigung ausgehändigt, alle wurden freigestellt. Die Bezahlung während der Freistellung hat der Betriebsrat in den Sozialplanverhandlungen ebenfalls verbessern können.

Nicht allein der Betriebsrat hat für einen guten Sozialplan gekämpft, auch die Belegschaft hat mit dazu beigetragen, dem Arbeitgeber klarzumachen, dass sie sich nicht ohne weiteres abschieben lässt. Die Gewerkschaft ver.di hatte am vorletzten Drucktag am Standort Bonn zu einem Warnstreik aufgerufen. Außerdem  hat ver.di die Belegschaft bei einer Kundgebung in der Bonner Innenstadt unterstützt und mit einer Soliseite im Internet, auf der die Bonnerinnen und Bonner ihr Missfallen über die Schließung des GA-Druckzentrums ausdrücken konnten. „Ohne den Druck der Belegschaft und ohne die Öffentlichkeitsarbeit hätte der Betriebsrat bei den Verhandlungen nicht so viel für die Kolleginnen und Kollegen erreichen können“, sagt Stephan Otten, ver.di-Gewerkschaftssekretär im Bezirk Köln/NRW-Süd. Wieder einmal sei der Beweis erbracht, dass Belegschaften, die gut organisiert zusammenstehen, auch etwas erreichen können, und sei es auch nur ein vernünftiger Sozialplan.

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General-Anzeiger Bonn stellt Weichen für die Zukunft

Der Bonner General-Anzeiger soll künftig nicht mehr in der eigenen Druckerei in Bonn hergestellt werden. Die Geschäftsleitung plant weitere Schritte zur Gewinnmaximierung.

Die Belegschaft des Bonner General-Anzeigers wurde im Februar informiert, dass das verlagseigene Druckzentrum geschlossen und die Zeitung woanders gedruckt wird. Der neue Druckstandort ist Koblenz. Geschäftsführer Thomas Regge: „Dass der Redaktionsschluss wegen der Transportzeit zwischen Koblenz und Bonn vorverlegt wird ist noch zu verkraften. Das größere Problem sind die zusätzlichen Transportkosten.“ Doch der kluge Verlagsmanager hat hierfür eine Lösung. Demnach will der Verlag die Leserstruktur optimieren.


Das Blatt möchte der Leserschaft ab dem 1. April einen Umzugsservice anbieten. „Genau wie unser Verlag sehen viele Bonnerinnen und Bonner ihre Zukunft in Koblenz. Wenn sich genügend Leserinnen und Leser finden, die einem Umzug nach Koblenz zustimmen, könnten wir Transportkosten sparen“, erläutert Regge. Unentschlossene Abonnenten sollen durch hochwertige Prämien der Bonn/Koblenz-Edition, z.B. den modischen Hoodie, zum Umzug nach Koblenz bewegt werden. Branchenkenner gehen davon aus, dass der Bonner General-Anzeiger künftig vermehrt aus Koblenz berichten wird. Die Berichterstattung aus Bonn könnte sukzessive zurückgefahren werden.

Die Gewerkschaft ver.di ruft dazu auf, gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen des Druckzentrums auf gegen den Umzug zu protestieren. „Der General-Anzeiger hat immer von dieser wundervollen Stadt profitiert. Nun will der Verlag Bonner Arbeitsplätze vernichten“, kritisiert ein Gewerkschaftsfunktionär. Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen die Online-Petition der Gewerkschaft zu unterzeichnen.

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Die Beschäftigten der Druckerei des Bonner General-Anzeigers demonstrierten am Wochenende gegen die Schließungspläne des Verlags. Ausführlicher Bericht hier.

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